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Abschreibung / Abschreibungen



Hinweis

nachfolgende Erläuterungen aus
Fachserie „expert of business“ Thema “Abschreibungen” № 6.0 bis 6.5
Fachserie „Ratgeber C № 1-14
Fachserie„Wirtschaftsberufe – Bilanzassistent“

I. Begriff


1.Abschreibung i.e.S.:
Betrag bzw. Methode zur Ermittlung des Betrages, der bei Gegenständen des Anlagevermögens die im Laufe der Nutzungsdauer durch Nutzung eingetretenen Wertminderungen an den einzelnen Vermögensgegenständen erfassen soll und der dementsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand (bzw. in der Kostenrechnung als Kosten) angesetzt wird. Die Abschreibungsfähigkeit bezog sich im ursprünglichen Sinn nur auf abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens, die sowohl materieller wie immaterieller Art (z.B. Lizenzen, Patente, Konzessionen) sein können. Die aktivierten Anschaffungs- oder Herstellungskosten (nach deutschem Recht) werden entsprechend der voraussichtlichen betrieblichen Nutzungsdauer jedes Jahr um einen bestimmten Teilbetrag zur Erfassung des in der Rechnungsperiode an dem einzelnen Vermögensgegenstand eingetretenen Werteverzehr gekürzt.
2. Abschreibung i.w.S.:
Von A. wird heute auch dann gesprochen, wenn die unterschiedlichen vorgeschriebenen oder möglichen Verfahren zur Abwertung (einschließlich Bewertungskorrekturen) von Vermögensgegenständen des Anlage- und Umlaufvermögens (vgl. §§ 253, 254 HOB) sowie von Bilanzierungshilfen gemeint sind. Mit Abschreibung i.w.S. wird nicht nur der betrieblich bedingte Leistungsverzehr während einer Rechnungsperiode an einem Vermögensgegenstand des Anlagevermögens erfasst, sondern auch die sich aus sonstigen Abwertungsgeboten und Abwertungswahlrechten ergeben den Wertminderungen.
3. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung:
Wertminderung des Anlagevermögens während einer Periode durch normalen Verschleiß und wirtschaftliches Veralten. Abgeschrieben wird linear zu Wiederbeschaffungspreisen.

II. Abschreibungsursachen (Abschreibungsgründe)


1.Technische Ursachen
können in gewöhnlichem Verschleiß (Gebrauchs- oder Ruheverschleiß, Abbau) oder in außergewöhnlichem Verschleiß (Katastrophenverschleiß) liegen.
2.wirtschaftliche Ursachen
Als wirtschaftliche Ursachen kommen in Frage Nachfrageverschiebungen und Fehlinvestitionen (in beiden Fällen ist der technisch noch vorhandene Leistungsvorrat der Anlage wirtschaftlich nicht mehr voll verwertbar) sowie Ineffizienz (bedingt durch gesunkene Wiederbeschaffungskosten, technischen Fortschritt oder Umsatzrückgang der mit der Anlage erstellten Leistungen infolge Modeänderungen).
3.Rechtliche Ursachen
können auf der Entwertung durch gesetzgeberische Maßnahmen, auf dem zeitlichen Ablauf von Verträgen (Miet-, Pacht-, Leasing-, Franchisevertrag) oder Schutzrechten (Konzessionen, Patente, Lizenzen, Musterschutz) beruhen.

III. Abschreibungsarten


1.Bilanzielle Abschreibung
a) Handelsrecht
(1) Planmäßige Abschreibung
Planmäßige, d.h. im Voraus festgelegte Abschreibung sind grundsätzlich für abnutzbare Anlagevermögensgegenstände festzulegen (ausnahmsweise Vereinfachungen: z.B. geringwertige Wirtschaftsgüter, Festbewertung (Festwert), Gruppenbewertung; i.w.S. sind auch die Abschreibung auf Bilanzierungshilfen planmäßige Abschreibung). Es ist gemäß §253 II HGB ein Abschreibungsplan zu erstellen, der die Anschaffungs- oder Herstellungskosten je Vermögensgegenstand evtl. vermindert um einen Schrotterlös als Bemessungsgrundlage der Abschreibung, die voraussichtliche Nutzungsdauer (zugleich Verteilungszeitraum für die Anschaffungs- oder Herstellungskosten) und die Abschreibungsmethode (Verteilungsverfahren) bestimmt. Änderungen des Abschreibungsplans sind Ausnahmen vom Grundsatz der Bewertungsstetigkeit (§ 252 I Nr. 6 HGB) und nur begründet zulässig (Bewertung).
(2) Außerplanmäßige Abschreibung
Sie sind unter den Voraussetzungen des Niederstwertprinzips bei allen Vermögensgegenständen möglich oder geboten. Handelsrechtlich können auch die steuerlich zulässigen Abschreibung vorgenommen werden, bei Kapitalgesellschaften nur bei Maßgeblichkeit (§§254, 279 II HGB, vgl. Steuerbilanz). Fallen die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung weg, so gilt für Nichtkapitalgesellschaften das Beibehaltungswahlrecht (Zuschreibungswahlrecht). Für Kapitalgesellschaften gilt das Wertaufholungsgebot (§ 280 II HGB läuft seit dem Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 ins Leere; Bewertung).
b) Steuerrecht
Unter Abschreibung subsumiert das Steuerrecht sechs Unterarten: Absetzung für Abnutzung (AfA) und Absetzung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung (AfaA), Absetzung für Substanzverringerung (AfS), erhöhte Absetzungen, Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter, Sonderabschreibungen und Teilwertabschreibungen.
2. Kalkulatorische Abschreibung
Abschreibungs-Art der Kostenrechnung, wobei entsprechend dem Ziel der Substanzerhaltung des Unternehmens i.d.R. die Wiederbeschaffungskosten des Bewertungsstichtags als Bemessungsgrundlage dienen. Aufgrund steigender oder sinkender Wiederbeschaffungskosten stimmen die "Gesamtabschreibung" in der Bilanz und in der Kostenrechnung nicht überein. Vgl. auch kalkulatorische Abschreibung.

IVArten und Methoden der AfA


Es gibt verschiedene Absetzungsmethoden, die zu unterschiedlichen Auswirkungen schon im einzelnen Veranlagungszeitraum, vor allem aber über längere Zeitspannen hinweg führen können. Der Steuerpflichtige hat vielfach - nicht immer -, insbesondere zu Beginn des Abschreibungszeitraums, ein Wahlrecht, das sorgfältiger Prüfung bedarf.

VAbschreibungen in gleichen Jahresbeträgen


Die sog. lineare AfA - der Regelfall - ist die Abschreibung in gleichen Jahresbeträgen, die nach der mutmaßlichen Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts zu bemessen ist. Hier wird jeweils für ein Jahr der Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgesetzt, der bei gleichmäßiger Verteilung dieser Kosten auf die Gesamtdauer der Verwendung oder Nutzung auf ein Jahr entfällt (§ 7 Abs. 1 Satz 1 EStG). Lineare AfA sind bei allen abnutzbaren Wirtschaftsgütern zulässig. Nur lineare AfA gibt es bei der Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts (Geschäfts-/Praxiswert). Bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens hängt die Höhe der linearen AfA allein von der Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts ab. Beträgt diese z. B. zehn Jahre, ist jährlich 1/10 der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzusetzen.
1. Lineare Abschreibung
Die lineare Abschreibung. verteilt die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (AHK) gegebenenfalls abzüglich Resterlös (RE) gleichmäßig auf die voraussichtlichen Nutzungsjahre (n). Die Abschreibungsrate (R) ergibt sich wie folgt:
R=AHK - RE
n 
=215.000 Euro - 5.000 Euro
6
= 35.000 Euro/Jahr.

VIDegressive Abschreibungen / progressive Afa


Bei der degressiven AfA werden jährlich nach einem bestimmten System fallende Beträge abgesetzt. Es gibt verschiedene degressive AfA-Methoden, von denen die degressive Buchwert-AfA wohl am meisten angewendet wird. Handelt es sich um einen bilanzierenden Steuerpflichtigen, kann er degressive AfA nur in Anspruch nehmen, wenn er auch in der Handelsbilanz diese AfA-Methode gewählt hatte (Maßgeblichkeitsgrundsatz).
Die degressive AfA ist aufgrund der Unternehmensteuerreform 2008 nur noch zulässig (§ 52 Abs. 21a EStG) bei Wirtschaftsgütern, die bis zum 31.12.2007 angeschafft oder hergestellt wurden. Begünstigt sind allein bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die in einem besonderen Verzeichnis geführt werden (§ 11b EStDV); dies gilt auch für Flugzeuge und Schiffe. Immaterielle Wirtschaftsgüter sind nach h. M. hiervon ausgeschlossen.
Zur degressiven AfA bei inländischen Gebäuden und Gebäudeteilen einschließlich Eigentumswohnungen (§ 7 Abs.5 EStG)
siehe Gebäudeabschreibung – Privatvermögen und
siehe Gebäudeabschreibung Betriebsvermögen .
Die degressive AfA wird vom jeweiligen Buchwert berechnet; sie darf einen bestimmten Höchstsatz nicht übersteigen:
-Für Wirtschaftsgüter, die nach dem 31.12.2005 und vor dem 1.1.2008 angeschafft oder hergestellt wurden, darf die degressive AfA höchstens das Dreifache des bei der linearen AfA in Betracht kommenden Prozentsatzes betragen und 30 % nicht übersteigen. Entsprechendes galt für vor dem 1.1.2001 angeschaffte Wirtschaftsgüter.
-Für Wirtschaftsgüter, die nach dem 31.12.2000 und vor dem 1.1.2006 angeschafft oder hergestellt wurden (§ 52 Abs. 21a EStG), darf die degressive AfA höchstens das Zweifache des bei der linearen AfA anzuwendenden Abschreibungssatzes betragen, wobei nicht mehr als 20 % an jährlicher AfA angesetzt werden dürfen.
Beim Vergleich mit der linearen AfA zeigt sich, dass die degressive AfA bei Wirtschaftsgütern mit verhältnismäßig kurzer Nutzungsdauer, z.B. in den beiden ersten von fünf Jahren, Vorteile bietet; anschließend kann zur linearen AfA übergegangen werden (s. unten). Noch erheblich günstiger wirkt sich die degressive AfA bei einer längeren Nutzungsdauer aus.
Sonderabschreibungen können neben der degressiven AfA grundsätzlich nicht vorgenommen werden (§ 7a Abs. 4 EStG). Eine Ausnahme gilt für die Sonderabschreibung zur Förderung kleiner und mittlerer Betriebe (§ 7 Abs. 1-2 EStG).
AfA-Wechsel:
Der Übergang von der degressiven zur linearen AfA ist zulässig; nicht dagegen umgekehrt von der linearen zur degressiven AfA (§ 7 Abs. 3 EStG). Der Wechsel von der degressiven zur linearen AfA empfiehlt sich z.B. nach drei Jahren, wenn die Restnutzungsdauer noch vier Jahre beträgt.
Zum AfA-Wechsel bei Gebäuden siehe auch Gebäudeabschreibung - Privatvermögen und Gebäudeabschreibung - Beriebsvermögen.
1. Degressive Abschreibung
Die degressive Abschreibung verteilt die entsprechenden Beträge in fallenden Raten; dabei ist entweder die Differenz der Abschreibungsraten (arithmetisch degressive Abschreibung) oder der Abschreibungsprozentsatz (geometrisch degressive Abschreibung) konstant.
a) Arithmetisch degressive Abschreibung
Ist der Differenzbetrag der Abschreibungsraten mit der Abschreibungsrate im letzten Jahr identisch, so wird diese Abschreibung auch als digitale Abschreibung bezeichnet. Es ist zunächst die Summe (Sn) der Nutzungsjahre mit Hilfe der Summenformel für die arithmetische Reihe zu bilden (a = Anfangsglied der Reihe, e = Endglied der Reihe):
Sn = (n /2) x (a + e) = (6/2) x (1 + 6) = 21.
Die Abschreibungsraten, der Abschreibungsfaktor
r=N +1 - j
Sn
und der Buchwert (BW) in den einzelnen Jahren werden in Tabelle 1 dargestellt.
[[Image:|thumb|]]
Die Abschreibungsrate (R) in Euro beträgt dann für ein beliebiges Jahr j (z.B. das vierte) der Nutzungsdauer
Rj = (AHK - RE) x (n +1 : j)
Sn
=(215.000 - 5.000) x (6 + 1 - 4)
 15 21 
= 30.000 Euro.
Der Buchwert am Ende eines beliebigen Jahres (z.B. des fünften) beträgt dann
BWj=AHK – REx (n -j) (n + 1 - j)+ RE
Sn 2
=215.000 - 5.000 x (6 5 ) (6 +1 - 5) + 5.000
21 2
= 10.000 + 5.000
= 15.000 Euro.
b) Geometrisch degressive Abschreibung
Bei der geometrisch degressiven Abschreibung wird die Rate mit einem konstanten Prozentsatz (z.B. p = 50) vom jeweils verbleibenden Restwert ermittelt (deshalb auch Buchwertabschreibung). vgl. "Abschreibung - Tabelle 2".
[[Image:|thumb|]]
Die Abschreibungsrate für ein beliebiges Jahr (z.B. j = 4) beträgt dann für den Abschreibungssatz i= p/100 (z.B. 0,5)
Rj= (AHK - RE) x (1 – i)j-1 x i
= 210.000 x 0,53 x 0,5
= 13.125
Der Buchwert für ein beliebiges Jahr (z.B. j = 5) beträgt
BWj = (AHK - RE) x (1- i)j
= 210.000 x 0,55 + 5.000
= 11.562,5.
Wie aus der Tabelle ersichtlich, führt die geometrisch degressive Abschreibung nicht zu einer Vollabschreibung. Um im Beispiel eine Abschreibung auf den Resterlös zu erreichen, müsste der Abschreibungsprozentsatz verändert werden und von den AHK ausgehend berechnet werden:
p = 100 x (1 – [Wurzel aus] j√ RE )
AHK
=100 x (1 - [Wurzel aus] 6√ 5.000 )
 215.000 
=46,57
Diese Möglichkeit entfallt, wenn RE = 0 (da dann p näherungsweise 100 ergäbe). Ein anderer Weg, den auch die Steuer (unter einschränkenden Bedingungen, vgl. § 711 EStG) zulässt, ist der Übergang von der degressiven auf die lineare Abschreibung, sobald die lineare Abschreibung auf den Restwert der Abschreibungssumme (geteilt durch Restnutzungsdauer Rn) höher als die degressive Abschreibung wäre. In Folge Tabelle 3:
[[Image:|thumb|]]
zeigt die Ermittlung der steuerlichen Abschreibung. In unserem Beispiel wäre der steuerlich maximal mögliche Abschreibungsprozentsatz 20, denn maximal zulässig ist das Doppelte der linearen Abschreibung, höchstens jedoch 20 Prozent (Bei sechsjähriger Nutzungsdauer, d.h. linear jährlich 16,67 Prozent, ergibt 2 x 16,67 Prozent = 33,34 Prozent, greift also das zweite Kriterium: Maximal 20 Prozent). Abschreibungsbasis sei AHK bzw. BW abzüglich RE.
2. Progressive Abschreibung
Die progressive Abschreibung ist eine Umkehrung der Ratenfolge der degressiven. Bei arithmetisch progressiver Abschreibung ergäben die steigenden Raten also die in Tabelle 4
[[Image:|thumb|]]
dargestellten Buchwerte. Entsprechend wäre bei der geometrisch progressiven Abschreibung zu verfahren. Diese Verfahren werden selten angewendet, steuerlich sind sie unzulässig (Ansteigende Abschreibungsbeträge sind in der Steuerbilanz jedoch bei der nachfolgend beschriebenen Leistungsabschreibung möglich).

VIILeistungs-AfA


Schließlich können bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens auch nach Maßgabe der Leistung abgeschrieben werden, wenn dies nachweisbar wirtschaftlich begründet ist (§ 7 Abs. 1 Satz 6 EStG), weil deren Leistung i.d.R. erheblich schwankt und deren Verschleiß dementsprechend wesentliche Unterschiede aufweist. Die Leistungs-AfA ist deshalb nur in besonders gelagerten Fällen zu empfehlen.
1. Leistungsabschreibung
Bei der Leistungsabschreibung ist das Leistungsvolumen (LV), die Summe der Leistungseinheiten (LE) zu schätzen und R pro LE zu ermitteln. Die jährliche Abschreibung ergibt sich dann durch Multiplikation der A./LE mit der verbrauchten Leistungsmenge. Handelte es sich bei den bisher verwendeten Daten z.B. um einen Lkw, dessen Fahrleistungen insgesamt auf 300.000km geschätzt werden
[[Image:|thumb|]](vgl. "Abschreibung -Tabelle 5")
dann ergäbe sich:
R/LE = (AHK -RE)
LV
=150.000 Euro
300.000 km
= 0, 50 Euro/km.

VIIIAbsetzung für Substanzverringerung (AfS)


nach § 7 VI EStG für den Verbrauch der Substanz (Substanzverringerung) bei Bergbauunternehmen, Steinbrüchen u. A. Betrieben anzusetzender Aufwandposten. Die Höhe der AfS richtet sich nach dem Verhältnis der Fördermengen im Kalender- oder Wirtschaftsjahr zu der gesamten geschätzten Abbaumenge. Die allgemeinen Vorschriften über die lineare Absetzung können wahlweise sinngemäß angewendet werden.
1. Abschreibung nach dem Substanzwert;
[[Image:|thumb|]]In Abbaubetrieben (Erz- und Kohlebergwerken, Torfwerken, Kiesgruben) kommt als Verfahren zur Ermittlung des Abschreibungs-Betrages die Substanzabschreibung in Frage. Zu schätzen ist das Volumen (V) der abbaufähigen Substanz in
Mengeneinheiten (ME).
Anschaffungskosten abzüglich Resterlös
für das abgebaute Grundstück sind
durch das Abbauvolumen zu teilen und
ergeben die Abschreibung pro ME ab-
gebauter Substanz
(vgl. "Abschreibung Tabelle 6").
Die jährliche Abschreibung ist das Produkt aus abgebauter Substanz und Abschreibung pro ME.
R/ME= (AK -RE)
V
=150.000 Euro
50.000 cbm
= 3 Euro/cbm.
Abschreibungszeitpunkt;
Die steuerlichen Regelungen zum Absetzungszeitpunkt gelten auch handelsrechtlich.

IX. Buchung


1. Prinzip der Einzelbewertung
Grundsätzlich werden entsprechend dem Prinzip der Einzelbewertung Einzelabschreibungen vorgenommen, jedoch sind in bestimmten Fällen auch Sammelabschreibungen (Pauschalabschreibung) möglich.
2. Weitere Unterscheidung:
a) Direkte Abschreibung:
Die Abschreibung wird in der Buchhaltung durch direktes Absetzen bei den Vermögenskonten vorgenommen (Buchungssatz: Abschreibungen an Vermögenskonto).
b) Indirekte Abschreibung:
Die Abschreibung wird auf einem Passivkonto Wertberichtigungen (Erneuerungskonto) gesammelt (Buchungssatz: Abschreibungen an Wertberichtigungen auf Anlagen). Bei diesem Verfahren stimmen die Bilanzwerte auf dem Anlagekonto mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten überein. Aus der Gegenüberstellung von Anlagekonto und Wertberichtigungskonto lassen sich Rückschlüsse auf das technische Alter der maschinellen Anlagen des Betriebes ziehen. Für Kapitalgesellschaften ist nach den Gliederungsvorschriften des HGB nur der direkte Ausweis von Abschreibung vorgesehen. Durch das Anlagengitter werden allerdings die der indirekten Abschreibung entsprechenden Informationen ausgewiesen.
3. Ausweis:
a) Bei Anwendung des Gesamtkostenverfahrens in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) einer Kapitalgesellschaft ist gemäß § 275 II HGB ein differenzierter Ausweis vorgeschrieben:
(1) Planmäßige und außerplanmäßige Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (immaterielle Wirtschaftsgüter) und Sachanlagen unter Position Nr. 7a (§ 275 II HGB);
(2) Abschreibung auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens unter Position Nr. 12;
(3) Abschreibung auf Umlaufvermögensgegenstände, soweit diese die üblichen Abschreibung überschreiten, unter Position Nr. 7b;
(4) die üblichen Abschreibung (Kriterien für die Unterscheidung der Üblichkeit von der Unüblichkeit von Abschreibung sind sowohl aus innerbetrieblichem Zeitvergleich als auch aus zwischenbetrieblichem Branchenvergleich zu gewinnen) sind je nach Sachbezug unter Bestandsminderungen (Position Nr. 2), Materialaufwand (Position Nr. 5a) oder sonstige betriebliche Aufwendungen (Position Nr. 8) auszuweisen.
b) Bei Anwendung des Umsatzkostenverfahrens werden die Abschreibung auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens gesondert (Nr. II, § 275 III HGB), die übrigen planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibung je nach Sachbezug unter Herstellungskosten (Nr. 2), Vertriebskosten (Nr. 4), allgemeine Verwaltungskosten (Nr. 5), sonstige betriebliche Aufwendungen (Nr. 7) oder als außerordentliche Aufwendungen (Nr. 15) ausgewiesen.
c) Sonstige Vorschriften:
(1) Soweit es sich um außerplanmäßige Abschreibung handelt, sind diese im Rahmen von § 277 III HGB gesondert auszuweisen oder im Anhang anzugeben.
(2) Abschreibung sind Bestandteil des Anlagengitters.
(3) Im Anhang sind die nach steuerrechtlichen Vorschriften im Anlage- und Umlaufvermögen vorgenommenen Abschreibungen anzugeben und zu begründen (§28l II HGB).

X. Bedeutung


1. Bilanzpolitik
Abschreibungen mindern als Aufwand den in der Handelsbilanz und als "Betriebsausgabe" den in der Steuerbilanz ausgewiesenen Gewinn, der wiederum für Ausschüttungen und Steuerzahlungen, also Mittelabflüsse aus dem Unternehmen, i.d.R. maßgeblich ist. Allein durch die Wahl der Abschreibungsmethode, d.h. die Entscheidung über den "Abschreibungsverlauf" (Entwertungsverlauf), und die Schätzung der betrieblichen Nutzungsdauer lässt sich der auszuweisende Periodengewinn erheblich beeinflussen, womit für den Bilanzierenden ein beachtlicher Bewertungsspielraum eingeräumt wird. Diese Möglichkeiten der "Manipulation" hinsichtlich des Gewinnausweises und damit der Bilanzpolitik im Sinn einer Publizitätspolitik (gewollte Außendarstellung der Lage des Unternehmens bzw. gezielte Beeinflussung der Adressaten des Jahresabschlusses) der Unternehmen werden durch die evtl. Inanspruchnahme der meist wirtschaftspolitisch motivierten (steuerlichen) Sonderabschreibungen noch verstärkt. Durch diesen legalen bilanzpolitischen Entscheidungsspielraum besitzt ein Unternehmen nicht nur die Möglichkeit, stille Rücklagen (stille Reserven) zu bilden, sondern auch außen stehenden Dritten den Einblick in die Vermögens-, Finanz- bzw. Ertragslage zu erschweren bzw. die wirtschaftlichen Verhältnisse zu retuschieren. Dieser Entscheidungsspielraum wird jedoch durch den Grundsatz der Stetigkeit eingeschränkt, wonach eine einmal gewählte Bewertungsmethode beibehalten werden muss. Abweichungen sind nur in Ausnahmefallen erlaubt; dabei müssen Kapitalgesellschaften diese Abweichungen im Anhang angeben und begründen. Liegt der verrechnete Abschreibungsbetrag über dem tatsächlichen Werteverzehr, dann wird tendenziell ein Beitrag zur substanziellen Kapitalerhaltung geleistet, da sowohl im Handels- als auch im Steuerrecht das Nominalwertprinzip Anwendung findet und somit nicht (wie in der Kostenrechnung) die Wiederbeschaffungskosten, sondern die historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten die Bemessungsgrundlage bilden. Vgl. auch Bilanzpolitik.
2. Finanzierung
Die über den Umsatzprozess dem Unternehmen wieder zu- fließenden Abschreibung ("verdiente Abschreibung") sind ein wesentlicher Bestandteil der Innenfinanzierung (Cashflow) des Unternehmens.
3. Weitere Auswirkungen
Zinsgewinn aufgrund eines zinslosen "Steuerkredits", ggf. Steuerersparnis wegen Steuerprogression, Ausschüttungssperre, Kapazitätserweiterung (Lohmann-Ruchti-Effekt).

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