Wiki Wirtschaft

Überschuldung



Sachverhalt, in dem das Vermögen die Schulden nicht mehr deckt. Überschuldung verpflichtet juristische Personen (bes. AG und GmbH), aber auch eine OHG oder KG (wenn kein persönlich haftender Gesellschafter eine natürliche Person ist) zum Insolvenzantrag. Zur Feststellung der Überschuldung sind nach überwiegender Auffassung Aktiva und Passiva der Bilanz mit den Zeitwerten anzusetzen (Überschuldungsbilanz). Anders: Zahlungsunfähigkeit. Vgl. auch Unterbilanz.
Überschuldungsbilanz - Überschuldungsstatus
Vermögensübersicht, die die Überschuldung einer Unternehmung ausweist. Für die Bilanzierung dem Grunde nach können die Vorschriften für die Jahresbilanz (Aktivierungspflicht, Aktivierungswahlrecht) nur unter Beachtung des Zwecks der Überschuldungsbilanz sinngemäß angewendet werden; d.h. v.a., dass das Aktivierungsverbot für selbst erstellte immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens nicht gilt. Bewertung erfolgt nach überwiegender Auffassung zu Zeitwerten am Stichtag der Überschuldungsbilanz (bei Annahme der Fortführung der Unternehmung: Zeitwerte = sog. Betriebsbestehenswerte, i d.R. die Wiederbeschaffungskosten; bei Zerschlagung: Zeitwerte = Realisationswerte durch Einzelliquidation). Für die Gliederung der Überschuldungsbilanz gelten sinngemäß die Grundsätze der Jahresbilanz (§ 266 HGB).

©2019 Innovate Webdoc Services. All Rights Reserved.